
Kompakt Fortbildungen
für Bildungseinrichtungen
Traumapädagogik,
Fortbildung 3
Ressourcenorientierte Stärkung von Lehrkräften im schulischen Alltag
Einordnung und Haltung
Der Beruf von Lehrkräften ist heute mit einer dauerhaft hohen Leistungsanforderung verbunden. Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten täglich in großen Gruppen, tragen Verantwortung für Lernprozesse, Beziehungsgestaltung und soziale Dynamiken und stehen zugleich unter dem Druck curricularer Vorgaben und struktureller Rahmenbedingungen. Hinzu kommen zunehmende psychosoziale Belastungen von Kindern und Jugendlichen sowie gesellschaftliche Entwicklungen wie Flucht- und Migrationserfahrungen, die den schulischen Alltag deutlich verändern.
Meine Arbeit in diesem Fortbildungsfeld ist geprägt von einem tiefen kollegialen Verständnis und einer hohen Wertschätzung für die tägliche Leistung von Lehrkräften. Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder, dass viele Pädagoginnen und Pädagogen über lange Zeiträume hinweg an der Grenze ihrer Belastbarkeit arbeiten. Manche bewahren dabei ihre innere Leidenschaft und ihr berufliches Feuer, andere beginnen, sich innerlich zurückzuziehen, abzuhärten oder leiser zu werden. Diese Dynamiken sind verständliche Reaktionen auf chronische Überforderung – und sie verdienen einen achtsamen, nicht dramatisierenden Umgang.
Ziel der Fortbildung
Ziel der Fortbildung ist es, Lehrkräfte ressourcenorientiert zu stärken, ohne Krisenintervention oder therapeutische Prozesse anzustoßen. Die Fortbildung bietet einen geschützten Raum, um Belastungen wahrzunehmen, ohne sie zu problematisieren, und um konkrete, alltagstaugliche Stärkungs- und Regulationsmöglichkeiten kennenzulernen.
Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie kann ich als Lehrkraft unter anspruchsvollen Bedingungen gesund, handlungsfähig und innerlich verbunden bleiben?
Inhaltliche Schwerpunkte
- Belastungsdynamiken im Lehrerberuf heute
- Verstehen von Dauerstress und chronischer Überforderung aus einer nervensystemischen Perspektive
- Ressourcenorientierte Stärkung des eigenen Nervensystems
- Entwicklung persönlicher Regulations- und Selbstfürsorge-Skills
- Klarheit im Umgang mit eigenen Grenzen:
Wo sage ich Ja? Wo darf ich Nein sagen? - Kollegiale Verbindung und Unterstützung im Schulalltag
- Stärkung von Teamressourcen:
Wie können wir uns gegenseitig in hochbelastenden Situationen tragen und entlasten?
Didaktischer Aufbau und Arbeitsweise
Die Fortbildung ist bewusst kompakt, alltagstauglich und nicht therapeutisch konzipiert. Sie verbindet:
- kurze fachliche Impulse
- mit Reflexions- und Austauschphasen
- sowie praxisnahen Übungen zur Selbstregulation und Ressourcennutzung
Es geht nicht um Problemanalyse oder Krisenbearbeitung, sondern um Stärkung, Orientierung und kollegiale Verbindung. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Anregungen und Skills, die sich unmittelbar in den Schulalltag integrieren lassen.
Nutzen für Schule und Lehrkräfte
- Entlastung durch Anerkennung der realen Belastungen im Lehrerberuf
- Stärkung von Selbstregulation, innerer Stabilität und Klarheit
- Prävention von Erschöpfung und innerem Rückzug
- Förderung einer unterstützenden, kollegialen Teamkultur
- Erhalt von Motivation, Präsenz und beruflicher Verbundenheit
Einordnung:
Diese Fortbildung eignet sich besonders als präventiver, stärkender Baustein im schulischen Fortbildungskonzept und kann gut mit Supervision, Teamentwicklung oder pädagogischen Tagen kombiniert werden.